Waldgarten Taufkirchen (Vils)

Projekt – resiliente Landschaft auf Lehmboden mit Wasser, Struktur und Zukunft 

 

Ausgangslage: Waldgarten auf schwerem Lehmboden in Taufkirchen (Vils) 

 

Das Grundstück liegt
in Taufkirchen (Vils)
im Übergang zwischen Hausgarten
und offener Landschaft.


Der Boden:

  • lehmig
  • schwer
  • wasserhaltend
  • stellenweise verdichtet


Laut Bodengutachten
galt der Untergrund in Teilbereichen
als nahezu wasserundurchlässig
(Kf-Wert sehr gering).


Ein typischer Ausgangspunkt
für viele Grundstücke
im Raum Erding, Dorfen, Moosburg und Landshut.


Der Wunsch der Eigentümer:

  • essbare Erträge
  • klare, pflegbare Strukturen
  • Wasser sinnvoll nutzen
  • langfristige Entwicklung


Kein Ziergarten.
Kein Experiment.
Ein belastbares System.

Resiliente Landschaft: Waldgarten als Antwort auf Wetterextreme 

Dieses Projekt steht exemplarisch
für das, was Resiliente Landschaft bedeutet.


Ein Garten, der:

  • Starkregen aufnimmt
  • Trockenphasen abpuffert
  • mit schweren Lehmböden arbeitet
     statt gegen sie


Resilienz entsteht nicht durch Technik,
sondern durch Systeme,
die Boden, Wasser und Pflanzen
als Einheit denken.

Ziel des Waldgartens: Essbarer Garten mit Struktur statt Pflegechaos 

Der Waldgarten wurde
nicht als Pflanzsammlung gedacht,
sondern als funktionales Gesamtsystem


Ziele: 

  • mehrschichtiger Aufbau aus Bäumen, Sträuchern und Krautschicht
  • essbare Erträge auf mehreren Ebenen
  • Wind- und Klimapuffer
  • klare Pflegeachsen
  • langfristige Wertsteigerung


Ein Garten,
der nicht empfindlich reagiert,
sondern mit Extremen umgehen kann

Planung & Wirtschaftlichkeit: Waldgarten, der mit Traktor pflegbar bleibt  

„Waldgarten“ bedeutet hier
 nicht Urwald.


Der Garten wurde so geplant,
dass Pflege:

  • mit Traktor und Mäher möglich ist
  • übersichtlich bleibt
  • wirtschaftlich tragfähig ist


Klar gegliedert in:

  • Intensivzone nahe am Haus
    (Gemüse, Beeren, tägliche Nutzung)
  • Extensivzone
    (Obst, Nüsse, Hecken, Wiesenpflege)


Struktur spart Zeit.
Ordnung spart Kosten.

Gerade bei größeren Grundstücken
im Raum Landshut–Dorfen
ist das entscheidend.

Wassermanagement auf Lehmboden: Wie Wasser im Grundstück bleibt 

Ein zentraler Baustein
dieses Projekts ist das Wasser. 


Es wurden zwei Becken angelegt: 

  • ein Becken zur Wasserhaltung
  • ein Becken als Versickerungsbecken


Beide Becken wurden: 

  • ausschließlich aus vorhandenem Unterboden (Lehm) modelliert
  • ohne Folie gebaut
  • bewusst natürlich geformt


Das ist die ehrlichste
und nachhaltigste Form
des Teich- und Beckenbaus. 

Wasser bleibt im Grundstück. Nicht im Rohr. 

Zusätzlich wird Dachwasser
gezielt in das System eingespeist.


Das bedeutet:

  • Entlastung der Kanalisation
  • Speicherung und Versickerung vor Ort
  • Beitrag zur Grundwasserneubildung


Gerade auf Lehmböden
ist das ein zentraler Hebel.

Wasser wird nicht entsorgt.
Es wird genutzt.



Praxis statt Theorie: Bodengutachten, Kf-Wert und reale Versickerung 

Laut Bodengutachten
war von sehr geringer Versickerung auszugehen. 

Nach der Umsetzung zeigte sich:
Das Wasser versickert schneller als erwartet


Ein klares Beispiel dafür, dass: 

  • Böden dynamisch reagieren
  • Planung Beobachtung braucht
  • Praxis oft mehr sagt als Tabellen


Die Vegetation rund um die Becken
zeigt deutliche Unterschiede
je nach Feuchte. 


Ökologisch besonders wertvoll:
wechselfeuchte Lebensräume

Pflanzkonzept im Waldgarten: 
Essbar, stabil, ökologisch wirksam 

Gepflanzt wurden unter anderem:

  • Streuobstwiesenbäume
  • veredelte Edelkastanien
  • veredelte Walnüsse
  • essbare Ebereschen-Sorten als Solitäre


Ergänzt durch:

  • Beerensträucher
  • heimische Heckenpflanzen
  • Stickstoff-Fixierer
  • natürliche Akkumulatoren
    (z. B. Erle, Sanddorn)


Diese Pflanzen:

  • verbessern den Boden
  • stabilisieren das System
  • erhöhen die Resilienz

Ein Pflanzkonzept
ist mehr als Artenvielfalt. 
Es ist Funktion.

Trüffelbäume im Waldgarten: Standortaufbau für Symbiose 

Ein Bereich des Grundstücks
wurde gezielt für Trüffelbäume angelegt.


Begleitend bepflanzt, sodass:

  • eine pflanzliche Höhle entsteht
  • ein geschütztes Mikroklima aufgebaut wird
  • Bodenruhe gefördert wird


Zusätzlich wurde der Standort
gezielt aufgekalkt.


Aufgebracht wurden:

  • ca. 7 kg Kalk pro m²,
    abgestimmt auf den vorhandenen Boden


Ziel war:

  • die Anhebung des pH-Werts
  • die Schaffung geeigneter Bedingungen
     für die Trüffel-Mykorrhiza


Trüffelanbau beginnt nicht mit dem Baum,
sondern mit dem Boden.


Kein schneller Ertrag.
Aber ein sauber vorbereiteter Standort
für langfristige Entwicklung.

Heimische Hecke & Wilddruck: Etablierung trotz Rehwild 

Das Grundstück wurde
mit einer dreireihigen heimischen Hecke eingefasst.


Gepflanzt:

  • mit Erdbohrer
  • standortgerecht
  • dicht


Trotz hohem Rehwilddruck zeigt sich:
Mit Umzäunung
ist die Etablierung deutlich erfolgreicher.


Ohne Schutz
würden viele Gehölze
keine Chance haben.

 So entsteht ein Waldgarten: Ablauf in drei Schritten 

Das Grundstück wurde
mit einer dreireihigen heimischen Hecke eingefasst.


Gepflanzt:

  • mit Erdbohrer
  • standortgerecht
  • dicht


Trotz hohem Rehwilddruck zeigt sich:
Mit Umzäunung
ist die Etablierung deutlich erfolgreicher.


Ohne Schutz
würden viele Gehölze
keine Chance haben.

Waldgarten als ökologisches Trittsiegel 

(Gegenmodell zur Rasenwüste bzw.Fettwiese o. Ä.) 

Ein Waldgarten ist
eine bewusste Entscheidung
gegen monotone Rasenflächen. 


Er steht für: 

  • mehr Bodenleben
  • mehr Wasserrückhalt
  • mehr Artenvielfalt
  • evtl. weniger Pflege 


Gerade in Ober- und Niederbayern
ist das ein sinnvoller Weg,
Flächen wieder funktional zu machen. 

Fazit: Resiliente Landschaft in der Praxis 

 

Dieser Waldgarten ist: 

  • robust
  • pflegbar
  • wirtschaftlich
  • ökologisch sinnvoll


Ein Beispiel dafür,
wie Resiliente Landschaft funktioniert.